Aichfeld-Stadt – ein neues Ballungszentrum in der Steiermark? Über die Abwanderung und Initiativen d


Vor ziemlich genau einem Jahr (Fronleichnam 2012) standen 500 neue Ortsschilder in den Gemeinden des Murtals. „Aichfeld-Stadt“ konnte man darauf lesen. Die Initiative „Kraft. Das Murtal“ (http://kraft.dasmurtal.at/) hat einen Wunsch, den hier nicht jeder vorbehaltlos teilt: Es soll ein neues Ballungszentrum entstehen, und zwar durch die Zusammenlegung von 15 Gemeinden. Aichfeld-Stadt wäre – mit 52000 Einwohnern – somit die zweitgrößte Stadt der Steiermark.

Von den 15 Gemeinden hier stoßen viele aneinander. Wenn ich von Judenburg nach Oberweg gehe, frage ich mich oft: Wieso ist das nicht ein und dieselbe Stadt? Oberweg, das schaut ein bisserl so aus wie das Döbling von Wien – eine sehr schöne Wohngegend. Geschäfte braucht es hier keine, die Oberweger gehen nach Judenburg zum Einkaufen, die Judenburger nach Oberweg zum Schwimmen. Wenn du ganz am Ende von Oberweg wohnst, bist du noch immer in 20 Minuten im Judenburger Zentrum – zu Fuß.

Ich vergleiche die Gemeinden mit Wiener Bezirken.

Knittelfeld, Zeltweg und Murdorf erinnern mich an den 21. + 22. Bezirk – alles sehr neu, wenn die Zündholzschachtelbocks auch weniger hoch sind. Nicht besonders hübsch, dort will man als Tourist nicht gerade hin. Alte Biedermeierhäsuchen wie in Judenburg gibt es hier keine. Auch die Menschen in Murdorf erinnern mich ein bisschen an jene im 22. Sie sitzen draußen und löffeln ihr Eis oder trinken Bier. Die Haare vieler Frauen sind zweifärbig, viele der Männer tragen Schnauzbärte und/oder einen Ohrring, der Hausanzug wird hier von manchen auch auf der Straße getragen. (Denn jedes Klischee hat seinen Ursprung in der Realität.)

In Kittelfeld wohnt mehr ein Fünftel der insgesamt 52.000 Bürger, die von der Zusammenlegung betroffen wären. An Knittelfeld fahre ich vorbei wie an Vösendorf. Kein Ort, für den man den Zug eine Station früher verlässt.

Judenburg erinnert mich ein bisschen an den 8. Bezirk. Hier findet man enge Gassen, alte Häuser und die netteren Straßencafés. Aber am Abend ist hier ab 10:00 nichts mehr los. Das könnte man von der Josefstadt, wo die sich ein Stundentenlokal an das andere reiht und die Kulturszene hoch lebt, nicht behaupten.

Wenn es im Aichfeld regnet, kann es ziemlich langweilig werden.

Das Murtal ist die Region Österreichs, die am stärksten von der „Landflucht“ betroffen ist. Grund dafür liegt in den veränderten Bedingungen. 
Nach der Schließung des Bergwerks in Fohnsdorf sowie diversen Firmenpleiten fehlten die Arbeitsplätze. Das Stahlwerk Judenburg beschäftigt heute 459 Mitarbeiter. 1995 wurde das Werk, das bis dahin zur Voest-Alpine gehört hatte, vom Stahlwerk Georgsmarienhütte übernommen.

Heute versucht man, der Abwanderung mit speziellen Lehrlingsprogrammen und einer besseren Vernetzung der regionalen Wirtschaft entgegenzuwirken. Die Kinder besuchen das Werk schon während der Schulzeit und werden rechtzeitig informiert, welche Angebote ihnen zukünftig hier offen stehen. Man versucht also, die Jugendlichen für jene Bereiche des Berufslebens zu interessieren, die hier eine Zukunft haben. Lehrlinge berichten von ihrer Reise in die USA und von Besuchen bei Partnerunternehmen.

Die Schaffung eines neuen Ballungszentrum ist eine weitere Initiative, die jungen Leute in der Gegend zu halten. Die Forderung, die Gemeinden im Aichfeld zusammenzulegen, spukt bereits seit einem knappen Jahrzehnt in den Köpfen der Politiker. Aber nicht alle sind dafür. Zumindest nicht so schnell. Eine Fusion solle nur dort stattfinden, wo sie Sinn mache, sagen die einen. (Bereits 2012 wurden die Bezirke Knittelfeld und Judenburg zum Bezirk Murtal zusammengeschlossen.) Worauf warten, sagen die anderen, die Angst haben, wertvolle Zeit und vor allem weitere Einwohner zu verlieren.

In gewissen Bereichen versucht man jetzt schon zu kooperieren. So hat nicht jede Gemeinde ein Schwimmbad. Stattdessen gibt es den Bäderbus, der die Bürger gratis von ihrem Wohnort ins Schwimmbad bringt.

In den meisten Gemeinden ist die Ortstafel-Aktion nicht gut angekommen. Die Plakate wurden sofort wieder entfernt.

Wie stoppt man die Abwanderung aus einer Gegend? Diese Frage stellte man sich schon, als ich noch zur Schule ging. Ich bin ein 1976erJahrgang – also ziemlich genauso alt wie das Problem der Abwanderung in der Mur-Mürz-Furche.

Ich fahre mit dem Bus Richtung Fohnsdorf. Vom Vorbeifahren weiß ich, dass sich auf halbem Weg ein Einkaufszentrum befindet, die „Arena“. Dort gibt es einen PAGRO. Ich brauche riesige Bögen Papier, Acrylfarbe und Gewebeband. Als Städterin bin ich es gewohnt, bei Pagro und Libro einzukaufen. Weil es dort billiger ist als im sortierten Papier- und Schreibwarenfachhandel. Als Künstlerin musst du deine Produktionskosten niedrig halten. Aber sogar wenn Budget vorhanden wäre: Ich wüsste nicht einmal, wo in Judenburg ich an eine riesengroße Papierrolle kommen sollte.

Die „Arena“ – auf dem halben Weg von Judenburg nach Fohnsdorf – ist kein guter Weg gewesen, um die Abwanderung aufzuhalten. Die Geschäfte in Judenburg haben massive Umsatzeinbußen. Man kennt das von überallher: Die großen Ketten sperren auf, die kleinen Läden schließen. Das Personal ist schlecht ausgebildet und unterbezahlt. Als Käufer versuchst du, dieser Entwicklung gegenzusteuern, in dem du wieder beim kleinen Greißler und in der schmucken Buchhandlung am Eck oder im Schuhgeschäft mit dem traditionellen Familiennamen einkaufen gehst. Wenn du selbst zu jenen gehörst, die nicht viel Geld verdienen, geht sich das nicht oft aus. Es gibt keine Schuhpreisbindung, der Greißler muss teurer sein, nur die Bücher kosten in der Buchhandlung gleich viel wie bei Thalia. Allerdings muss man viele Bücher erst bestellen, und das geht ganz leicht mittels drei Klicks auf Amazon.

Vor einigen Tagen erfuhr ich, dass es in der ganzen Gegend nur mehr eine Buchhandlung geben soll: den Morawa in Judenburg. Knittelfeld mit seinen 11.000 Einwohnern hat also keine Buchhandlung. Ebenso Zeltweg und Fohnsdorf.

„Lesen die Leute am Land nicht mehr?“, so lautet der Kommentar zu meinem Facebook-Posting. Ich sehe meine Großcousinen vor mir. Sie sind 14. Gehen zu Mac Donald´s, interessieren sich für alles andere mehr als für ihre Hausübungen, schminken sich gerne – und: sie haben ihre Nasen ständig in irgendeinem Roman stecken. Sie sind aufgeweckte Jugendliche und wie die meisten 14jährigen muss man sie ein bisschen antreiben, damit sie helfen, die Wäsche aufzuhängen oder endlich ihr Referat vorbereiten. Aber man muss sie nicht zwingen, zu lesen. Eigentlich sind sie genauso, wie auch ich einmal war – nur dass ich damals noch nicht um einen Facebook-Account gebettelt habe (aber ich hätte es getan, hätte es das damals schon gegeben.)

Auch in der Schulbücherei Judenburg kommen viele Schülerinnen in der großen Pause, um Bücher auszuleihen. Und als ich in die Bücherei gehe, kommt ein Kind im Volksschulalter auf mich zugestürmt und zeigt mir den Polizeihubschrauber im Buch und stellt mir eine Unmenge Fragen, die ich gar nicht alle beantworten kann. Dass nur wenige Kinder in die Bücherei kämen, sagt die Bibliothekarin. Erwachsene so gut wie gar nicht.

Graz ist die am schnellsten anwachsende Bundeshauptstadt Österreichs. Wien liegt an 3. Stelle. Judenburg sowie das ganze Murtal hingegen schrumpfen.

(>http://steiermark.orf.at/news/stories/2511453/)

Die Städte locken mit Bildungsangeboten. Der Durchschnittsösterreicher ist kein einfacher Arbeiter mehr. Die Matura gehört heute dazu, das Kind, das zur Uni geht, ist nichts Außergewöhnliches, im Gegenteil. Die junge Generation stellt sich ihre Zukunft nicht mehr in der Fabrik vor. Auch lockt die Stadt mit einem vielfältigen Freizeitangebot. Da kann eine kleine Gemeinde nicht mithalten, auch wenn sie sich noch so bemüht. Viele wollen dorthin, wo nicht jeder jeden kennt. Gerade als junger Erwachsener lernt man gerne neue Leute kennen – aber bitte nicht zu eng, man will seine Geheimnisse bewahren. Auch die Partnersuche hat sich verändert. Man heiratet nicht mehr den Sohn vom Nachbarn. Man will sich ausleben und die Welt kennenlernen. Vor allem Frauen sind es, die die Steiermark am Ende der Pubertät fast schon fluchtartig verlassen.

Ich denke an eine Freundin, deren Verwandtschaft in der Oststeiermark lebt. Meine Freundin ist wie ich in Wien aufgewachsen. Sie hat studiert. Hat nicht geheiratet. „Und jetzt willst du deinen Beruf wirklich ausüben?“, wurde sie nach ihrer Diplomprüfung gefragt. Meine Freundin sah ihre Verwandten erstaunt an. Ja, wozu hätte sie denn sonst so lange studiert?

Die Cousins meiner Freundin sind alle in der Steiermark geblieben. Sie gehören zu den Sesshaften, die ihre Heimat nicht verlassen wollen. Zum Arbeitsplatz pendeln sie jeden Morgen 1,5 – 2 Stunden. Am Abend wieder zurück. Tag für Tag. Seit 20 Jahren.

Die Cousins meiner Freundin haben jung geheiratet. Haben Häuser gebaut. Haben Kinder bekommen und sich, als ihre Kinder 3 Jahre alt wurden, bereits gefragt, wie es weitergehen soll, wenn die Kinder einmal das Haus verlassen. Während meine Freundin und ich durch die Lokale der Wiener Innenstadt zogen und die Zukunft noch in weiter Ferne schien, hatten die Cousins meiner Freundin bereits Angst vor einer Zeit, da ihre Kinder das Haus verlassen würden. Mit 21 las ich „Die Liebhaberinnen“ von Elfriede Jelinek. Das Buch erschien in den 70ern. 30 Jahre später, so kam mir vor, als mir meine Freundin von ihrer Familie berichtete, lebten die Frauen in der Steiermark noch immer so. Sie heirateten, um nicht in der Fabrik oder an einer Supermarktkassa arbeiten zu müssen. Ihr Leben bestand aus: Sparen, damit das Haus schnell fertig wurde. Schwanger werden, einkaufen, kochen, mit der Schwiegermutter tratschen, damit die einmal hilft, wenn das Kind da ist. Die Frauen blieben zu Hause während die Männer ins Werk pendelten. Die Erfüllung der Frau ist das Kind und der sauber geführte Haushalt. Man macht es sich schön. Meine Freundin sagt, dass sie sich gar nicht traut, mit den Schuhen ins Vorzimmer zu treten, so sauber ist es.

Heute sind die Cousins meiner Freundin auch schon über 40. Ich habe schon lange nichts mehr von ihnen gehört. Meine Freundin sieht ihre Verwandtschaft nicht mehr sehr oft. Als Erwachsener besuchst du deine Eltern und deine Großeltern. Und du triffst dich mit deinen Freunden.

Ich spreche mit meiner Freundin über meinen Aufenthalt in Judenburg. Erzähle ihr von meinen frühen Kindheitserinnerungen. Das Hügelige. Den Kuhgeruch. O ja, den habe ich auch immer gern gehabt, sagt sie. Und dass bei ihnen immer alle um einen großen Tisch gesessen seien. Der Tisch ihrer Tante sei am Abend immer besetzt gewesen, dort wären die Familienmitglieder und die Nachbarn zusammengekommen. Solche Erinnerungen habe ich nicht. Wenn ich mich recht erinnere, lebte hier jeder in seinem Haus. Mit seiner Familie. Man war freundlich zueinander, aber das war man in Liebenau auch, als meine Großmutter nach Graz zog.

Neulich sagte mir ein Judenburger: Hier ist eine neue Zeit des Biedermeier ausgebrochen. Die Leute ziehen sich in ihre Privatwohnungen und Häuser zurück. Sie sind politikverdrossen und kulturelle Veranstaltungen ziehen schon lange nicht.

War es einmal anders?

Judenburg hatte ein eigenes Kino. Bereits vor 100 Jahren gab es hier ein Lichtspieltheater. Und eine Theaterbühne. Meine Großtante erzählt mir davon. Hier ist einmal etwas los gewesen. Das war zu einer Zeit, als noch nicht alle kulturinteressierten Leute in die Städte zogen. Oder mit dem Auto nach Graz fuhren.

Was hier fehlt, das ist ein gewisser Input. Deswegen zieht es die jungen Leute in die Ballungszentren. Dort gibt es nicht nur Universitäten, dort gibt es auch eine Jugendszene.

Dieser Tage findet in Wien der Bus-Bim-Slam statt. Das ist eines jener vielen Events, an denen du in einer Stadt gar nicht vorbeikommst. In einer Stadt kannst du dir aussuchen, ob zu zu Hause bleibst, mit Freunden zusammensitzen willst, in ein Konzert gehen willst (von HipHop über Indie-Pop bis hin zur Modernen Klassik), ob du die Disco besuchen möchtest oder lieber ein Kaffeehaus. Ob du ins Theater willst oder zu einer Lesung, die oft genug gratis ist.

Als junge Wienerin hatte ich folgendes Problem: Ich hatte so viele Auswahlmöglichkeiten, dass ich mit meiner Freundin von Lokal zu Lokal zog, eine Runde drehte und dann zum nächsten weiterhetzte, immer in der Angst, am falschen Ort zu sein, etwas versäumen zu können. Wir waren hungrig und unser Hunger wurde nie gestillt, denn versäumt haben wir immer etwas, von dem wir erst am nächsten Tag erfuhren.

Das klingt sehr anstrengend, wird sich jetzt manch einer denken, da sitz ich doch lieber mit meinem Bierchen im Garten und hör den Vöglein zu. (Ja, sie zwitschern hier im Aichfeld, trotz des Regens). Und ja, es war anstrengend. Manchmal auch sehr frustrierend. So zwischen den Betonmauern, eine ganze Armee von jungen Menschen auf der Suche nach Irgendetwas. Aber auch wenn wir nichts fanden: Wir hatte sie wenigstens, die Orte, an denen wir suchen konnten. Und wir haben Erfahrungen gemacht. Wir haben die unterschiedlichsten Menschen kennen gelernt und mit der Zeit sind wir unterschiedliche Wege gegangen. Unsere Freundschaften haben sich verändert und mit ihnen das Umfeld, in dem wir uns bewegen. Wir haben uns durchgekämpft durch eine Schar von Bekanntschaften und heute haben wir einen erlesenen Kreis von Freunden und wissen: Nichts ist ewig. Und nichts muss ewig sein.

Gespräche bereichern. Dein Kopf ist rund, damit sich dein Denken ändern kann. Aber dazu brauchst du einen Input. Hinter der verschlossenen Tür findet du ihn nicht. Input, das heißt: Die Konfrontation suchen. Sich von etwas oder jemandem ein wenig durchrütteln lassen. Das kann durch ein Gespräch geschehen, durch ein Theaterstück, durch ein Konzert… oder durch eine verrückte Meute, die an einer Busstation steht und den Vorbeieilenden Literatur entgegen schmettert.

Und nein, die Städter sind nicht von Haus aus offener und kulurinteressierter. Die Städter hocken genauso hinter ihren Fernsehern, verschließen ihre Fenster, um das Programm des Nachbarn nicht mithören zu müssen und versperren ihre Türen, die alle einen Spion haben. In der Stadt herrscht dieselbe Politikverdrossenheit, dieselbe Rückzugstendenz. Aber: Und da sind wir jetzt bei der Abwanderung: Wenn du jemand bist, der den Input braucht, dann zieht es dich in die Stadt. Und wenn du am Land aufgewachsen bist und ein gutes Verhältnis zu deinen Eltern hast (bzw. eine Mama, die sich freut, wenn das Kind heimkommt), dann musst du nicht einmal auf die Natur verzichten.

Freitagabend. 17:03, Zug von Wien Richtung Graz. Wenn du einen Sitzplatz bekommst, hast du Glück. Drei Viertel der Reisenden sind Leute im Alter zwischen 19 und 26. StudentInnen. Viele von ihnen steigen in Bruck an der Mur um. Wer am Freitagnachmittag noch Vorlesungen hat, der schafft den letzten durchgehenden Railjet Richtung Villach nicht. Aber der ist bestimmt genauso voll.

In Bruck wälzt sich die Masse über die Brücke. Auf Gleis 3 wartet schon der Regionalzug Richtung Neumarkt. Viele der in Bruck ausgestiegenen jungen Leute besteigen denselben Zug wie ich. Andere werden von ihren Eltern am Brucker Bahnhof abgeholt.

Nach drei Tagen Regen scheint die Sonne wieder. Ich spaziere die Mur entlang und strecke mein Gesicht der Sonne entgegen. Es ist schön, das Wochenende hier zu verbringen. Dass das die perfekte Mischung wäre, denke ich: Land und Stadt. Und dass der perfekte Ort beides integrieren müsste: Die Landschaft und die Ruhe und den Input der Stadt.

Wie man die Abwanderung aufhalten will? Ob die Aichfeld-Stadt, die letztendlich auch nicht mehr ist als eine Zusammenlegung von mehreren Dörfern (also ewig lang von hier nach dort und das ohne U-Bahn), die Abwanderung aufhalten kann? Ganz ehrlich: Ich glaube nicht. Dass sich die Wirtschaft überlegt, wie man die Lehrberufe wieder attraktiver gestalten kann, finde ich gut. Aber seien wir ganz ehrlich: Sogar wenn es das Bergwerk noch gäbe: Wer würde heute noch Hauer sein wollen? 8 Stunden mit den Presslufthammer in einer dunklen Sauna samt Zugluft stehen und schwer arbeiten? Nie das Tageslicht sehen?

Die Stadt lockt. Wenn du es schaffst, dann verdienst du viel – und das vom Schreibtischsessel aus. Die hohe Anzahl der arbeitslosen Akademiker ist eine adere Sache. Hier fehlen die Fachkräfte und dort bekommen die Akademiker keinen Job und melden sich beim AMS arbeitslos oder helfen in einer Bar aus. Irgendwann werden wir uns unsere Semmeln selber backen und unsere Häuser selber bauen müssen. Aber die Träume, die soll man den jungen Menschen lassen. Sei es nun in der Stadt oder am Land. Letztendlich geht es darum, neue Perspektiven zu schaffen. Und an diesem Punkt bin ich froh, Autorin zu sein und nicht Politikerin. Denn als Autorin sollst du zwar alles hinterfragen, aber keiner verlangt von dir, Lösungen zu finden.

Links zum Thema Aichfeld-Stadt:

http://steiermark.orf.at (Unternehmer fordern Aichfeld-Stadt)

http://steiermark.orf.at/news/stories/2536419/ (Bürgermeister gegen Aichfeld-Stadt)

https://www.kommunalnet.at (Fusion von 15 Gemeinden sinnvoll?)

http://www.kleinezeitung.at/steiermark (Juknizelfoburg)

http://www.kleinezeitung.at/steiermark (Aichfeld-Stadt ein Nullsummenspiel)

http://www.obersteiermarkwest.spoe.at (SPOE – Aichfeld-Stadt ist Schritt gegen Abwanderung)

http://www.murtal-extra.at/(Kurt Kaiser im Gespräch)