Ich darf nach Pécs



​Vor einer Woche bekam ich ein Mail. "Hast du im März 2016 Zeit und Lust für einen Monat nach Pécs /Ungarn zu fahren für einen Schreibaufenthalt?" - Eigentlich hatte ich mir ja schon überlegt, mich für eine Halbtagsstelle zu bewerben. Aber auf ein Writers in Residence Programm in Ungarn verzichten? Sehen Sie, werter Leser / werte Leserin, das ist das ewige Dilemma. Das ist der Grund, warum wir alle so hart an einem Bestseller arbeiten (und doch immer wieder daran scheitern).

Nach einem Blick auf mein Sparbuch entschloss ich, meine Selbständigkeit vorerst nicht einzubüßen. Ungarn, ich komme, trotz Orban und Stacheldraht. Ein Tagebuch werde ich also schreiben müssen? Nun denn, so soll es sein. Meine österreichischen Vorgänger? Antonio Fian und Christian Futscher. Denn der März ist der Österreich-Monat in Pecs und ich freue mich, dass diesmal ich gewählt wurde. Ich google Zugverbindungen von Graz nach Pécs. Am 5.3. ist das Minoriten Lesefest in Graz. Noch wurde keine Auswahl getroffen. Terminkollisionen nicht ausgeschlossen. Und am 29.3. muss ich in Wien sein. Das wären also nur drei Wochen. Egal. Ich will nach Pécs. Irgendwie wird sich das alles ausgehen. Und vielleicht komme ich ja endlich wieder ins Schreiben hinein.