Für D. : Iustitia regnorum fundamentum!

Jedes Mal, wenn wir am Museum vorbeigehen, hält D. inne und schaut hinauf.

Es sei ihm damals in Wien aufgefallen. Diesele Zeile, siehst du? Iustitia regnorum fundamentum.

Er seufzt und legt ein paar Andachtssekunden ein. Dann erzählt er mir von seiner Zeit in Wien, von den Idioten auf den Straßen, die ihm den Weg zum Chelsea nicht hatten zeigen wollen, von dem georgischen Türsteher, der ihn, als er seinen Akzent hörte, bedrohlich angefunkelt habe, von dem Fahrrad, das er in den Büschen vor dem Flex gefunden habe und den netten Leuten im WUK, die ihn hatten übernachten lassen, als er de Weg zurück nicht mehr fand.

Von Brigitte B., die ich nicht kenne, und die ich dennoch herzlich grüßen soll, wenn ich zurück in Österreich bin.

Iustitia regnorum fundamentum, wiederholt D. Dann gehen wir weiter, tragen unsere Einkaufssäcke durch den Park und sprechen über dies und das.



Bild 1: Nationalmuseum, früher das Rathaus von Pančevo, Bild 2: Äußeres Burgtor in Wien